Gebrauchte Surfboards sind eine hervorragende Option für Surfer aller Niveaus. Während das Stöbern in Surfshops und die scheinbar endlose Auswahl an Formen, Größen und Designs das Blut zum Kochen bringen kann, sorgt bei den meisten von uns der hohe Preis für neue Ausrüstung für unnötigen Stress.
Ein brandneues Board kann leicht 500 Euro kosten, dazu kommen noch einmal 150–200 Euro für Zubehör wie Fins, Leashes, Tail-Pad und eine Boardtasche.
Warum also nicht ein gebrauchtes Board mit einem großen Preisnachlass kaufen? Es ist außerdem umweltfreundlicher, einem Board, das sich noch in gutem Zustand befindet, ein zweites Leben zu schenken! In diesem Leitfaden zeigen wir, wo du gebrauchte Boards findest und worauf du vor dem Kauf achten solltest.

Wie man ein gebrauchtes Surfboard wie ein Profi prüft
Zunächst solltest du dem Verkäufer einige Hintergrundfragen stellen:
- Ist es surfbereit oder gibt es Dellen, die repariert werden müssen?
- Welche Reparaturen wurden bereits durchgeführt? Hat der Verkäufer das Board selbst repariert?
- Wie alt ist das Board?
- Warum wird das Board verkauft?
- Welche Finnen-Plugs / Fins sind derzeit montiert?
- Woher stammt das Board?
Das Ziel dieser Fragen ist, dir ein Bild davon zu verschaffen, ob das Board surfbereit ist oder noch Arbeit benötigt. Kaufe nach Möglichkeit nie ein Board, ohne es vorher gesehen zu haben. Ein paar Dellen sind kein Ausschlusskriterium und müssen nicht zwingend ein Problem sein, aber du solltest wissen, dass Dellen Zeit und/oder Geld kosten können. Boards, die viel oder über weite Strecken transportiert werden, tragen immer das Risiko von Beschädigungen in sich.
Die verschiedenen Arten von Surfboard-Fins verstehen
Ein entscheidender Faktor bei der Bewertung des Preises eines Surfboards ist die Art der mitgelieferten Fins. Je nach verwendetem Fin-Plug-System können die Preise erheblich variieren. Um Überraschungen zu vermeiden, ist es wichtig, sich im Vorfeld zu informieren und sicherzustellen, dass die verfügbaren Fin-Optionen erschwinglich und mit dem gewünschten Setup kompatibel sind.
Glücklicherweise verfügen moderne Surfboard-Designs über vielseitige Finbox-Systeme, die einen schnellen und einfachen Fins-Wechsel ermöglichen. Diese Flexibilität bedeutet, dass du dein Fins-Setup an die sich ändernden Bedingungen und deinen Surfstil anpassen kannst.
Wenn du eine neue Finne auswählst und kaufst, ist es wichtig zu prüfen, ob dein Surfboard die passende Finbox hat. Unsere Fins sind beispielsweise in Single Tab (Future) und Double Tab (FCS) erhältlich, mit Ausnahme von Longboard-Fins, die das US-Box-System verwenden.
Sind alle Surfboard-Reparaturen ein Problem?
Nein, keineswegs! Du solltest das Board auf Dellen oder Risse überprüfen, die in Zukunft Aufmerksamkeit erfordern könnten. Ich erwarte von einem gebrauchten Board immer, dass es ein paar Dellen hat – das ist in der Regel kein Problem. Stark beschädigte oder gerissene Boards werden jedoch wahrscheinlich mehr Ärger machen, als sie wert sind.

Achte bei der Board-Inspektion auf Verfärbungen des Schaumkerns oder andere Anzeichen von Wasserschäden, Delaminierung des Fiberglas sowie auf Stellen, die nach dem Kauf Aufmerksamkeit erfordern könnten. Ein vollständig vergilbtes Surfboard hat wahrscheinlich viel Zeit in der Sonne verbracht und hat viele Jahre auf dem Buckel.
Das Board sollte frei von Wachs oder Klebeband sein, das Dellen und alte Reparaturen verdeckt. Grundsätzlich sind frühere Reparaturen nicht unbedingt ein Problem, wenn sie fachgerecht durchgeführt wurden. Wenn der Verkäufer dir nicht erlaubt, das Board zu reinigen, solltest du erwägen, woanders zu kaufen – denn er verbirgt wahrscheinlich etwas.
Unverzichtbares Surfboard-Zubehör
Neben Fins benötigst oder wünschst du möglicherweise weiteres Surfboard-Zubehör, um dein Surferlebnis zu verbessern. Hier sind einige Beispiele:

- Leash: Eine Leash ist ein unverzichtbares Zubehör, das dein Knöchel mit dem Surfboard verbindet und verhindert, dass es im Falle eines Sturzes wegtreibt. Leashes sind in verschiedenen Längen und Stärken erhältlich, um unterschiedlichen Wellentypen und Surftechniken gerecht zu werden.
- Grip Pad: Ein Grip Pad, auch Traction Pad genannt, ist eine strukturierte Matte, die auf dem Surfboard-Deck haftet und deinem Fuß Halt und Grip bietet. Für Surfer, die keine Neoprenbooties tragen möchten, ist dieses Zubehör äußerst hilfreich.
- Boardtasche: Eine Boardtasche ist eine Schutzhülle, die dein Surfboard beim Transport oder bei der Lagerung vor UV-Strahlung, Kratzern und Dellen schützt. Boardtaschen gibt es in verschiedenen Formen, Materialien und mit unterschiedlichen Ausstattungsmerkmalen wie Staufächern, Polsterung und Belüftung.
- Wachs: Wachs ist eine klebrige Substanz, die auf das Surfboard-Deck aufgetragen wird, um Reibung zu erzeugen und das Abrutschen zu verhindern. Wachs wird in verschiedenen Formulierungen und Temperaturbereichen hergestellt, um an die Wasser- und Lufttemperatur angepasst zu werden.
Wo man gebrauchte Surfboards findet
Wenn du ein Binnenland-Surfer bist – wie wir in München –, sind die Möglichkeiten, lokale Surfshops mit einer großen Auswahl an gebrauchten Surfboards zu durchstöbern, begrenzt.
Plattformen
- ebay-kleinanzeigen: Die führende Online-Kleinanzeigenplattform in Deutschland ist ebay-kleinanzeigen (ähnlich wie Craigslist in den USA). Dort findet man in der Regel einige Angebote für gebrauchte Surfboards. Die meisten Verkäufer befinden sich entweder in der Nähe der Ostsee im Hamburger Raum oder in München.
- secondhandboards.com: Eine Plattform, die hauptsächlich in Großbritannien und Irland genutzt wird, mit rund 100 aktiven Angeboten.
Facebook-Gruppen: In Facebook-Gruppen teilen Menschen mit ähnlichen Interessen ihre Erfahrungen und verkaufen auch gebrauchte Ausrüstung. Einige Gruppen erfordern eine Genehmigung für den Beitritt. Die beliebtesten Gruppen sind:
- Local surf stuff – 089 (privat) – Besonders für Surfer im Münchner Raum mit 5.000 Mitgliedern
- Second Hand Surfboards Germany (öffentlich) – Mit fast 6.000 Mitgliedern sind täglich neue Angebote zu erwarten.
- SecondSurf – Second Hand Surf Equipment (privat) – Globale Gruppe für gebrauchte Boards mit über 35.000 Mitgliedern.
Alle Plattformen ermöglichen kostenloses Kaufen & Verkaufen, bieten jedoch keine detaillierte Suchfunktion nach Boardtypen oder Größen – was die Suche nach dem nächsten perfekten Board zeitaufwendig machen kann.
Fazit
Die Suche nach deinem nächsten Board kann zwar zeitaufwendig sein, aber die Belohnung ist es wert. Wir hoffen, dass die wenigen Punkte aus unserer Checkliste dir dabei helfen, dein nächstes Surfboard-Schnäppchen zu finden!