Updated August 09, 2026 Von Michael Schmidt

SUP Ammersee: Der Anfänger-Guide zum wärmsten See im Fünfseenland

Dritter Samstag im Juni, und die WhatsApp-Gruppe macht den üblichen Tanz: Jemand postet einen Screenshot der Wassertemperatur-App für den Starnberger See – 1...

Dritter Samstag im Juni, und die WhatsApp-Gruppe macht den üblichen Tanz: Jemand postet einen Screenshot der Wassertemperatur-App für den Starnberger See – 17°C – und es wird still. Dann schickt jemand den Link zum Ammersee: 22°C, und plötzlich haben alle am Nachmittag Zeit. Wer schon mehr als einen Sommer in Bayern gepaddelt ist, kennt dieses Muster. Der Ammersee erwärmt sich schneller als fast jeder andere große See in Münchens Reichweite, und für alle, die noch nie auf einem Board gestanden haben, entscheidet genau dieser Unterschied zwischen „eisig" und „richtig angenehm" oft darüber, ob aus dem ersten Versuch eine Gewohnheit wird.

Warum der Ammersee der einfachste See bei München zum Lernen ist

Zwei Dinge machen den Ammersee für eine erste SUP-Session ungewöhnlich nachsichtig: Temperatur und Uferbeschaffenheit. Mit 46,6 km² ist er Bayerns drittgrößter See, aber für seine Größe erstaunlich flach – die mittlere Tiefe liegt deutlich unter der Hälfte seiner maximalen Tiefe von 81,1 m, mit breiten, sonnenerwärmten Flachwasserzonen entlang großer Uferabschnitte. Genau deshalb erwärmt er sich schneller als die tiefen, gletschergeprägten Seen weiter südlich. Zum Vergleich mit den Alpenseen, zu denen viele ebenfalls fahren: Der Walchensee liegt im Saisondurchschnitt bei rund 16°C, der Eibsee bei etwa 20°C – selbst im Hochsommer. Der Ammersee erreicht im Juli und August regelmäßig 20–24°C, an heißen Tagen sogar bis zu 26°C – wirklich angenehmes Wasser für alle, die sowieso mindestens einmal ins Wasser fallen werden.

Ammersee (Sommer)20–24°C, bis ~26°C an heißen Tagen
Starnberger Seebis ~22°C
Eibsee~20°C im Durchschnitt
Walchensee~16,3°C im Durchschnitt

Die andere Hälfte der Gleichung ist das Ufer selbst. Statt eines steilen Abfalls ins kalte, dunkle Wasser – wie bei den meisten bayerischen Alpenseen – geht ein Großteil des Ostufers rund um Herrsching sanft ins Wasser über. Man kann hineinwaten, kniend das Gleichgewicht finden und in noch schienbein- bis knietiefem Wasser aufstehen, bevor es ernst wird. Für Anfänger ist das der Unterschied zwischen einem stressigen Wackler und einem kontrollierten.

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Anreise zum Ammersee ab München

Der See liegt südwestlich der Stadt, und das Ostufer (Herrsching) ist mit Abstand am einfachsten ohne Auto zu erreichen – ein echter Vorteil, wenn man von München aus einen Halbtagesausflug macht und sich nicht mit der Parkplatzsuche herumschlagen will.

Herrsching (Ostufer)~45 km über die A96, 40–50 Min. mit dem Auto; S-Bahn S8 direkt ab München, ~55–60 Min.
Dießen (Südufer)~60 km über die A96, Ausfahrt Greifenberg; etwa 1 Std. mit dem Auto
Utting (Westufer)~50 km über die A96; rund 50 Min. mit dem Auto, oder Regionalbahn bis Bahnhof Utting
Schondorf (Westufer)~50 km über die A96, ein paar Minuten weiter als Utting; ähnliche Fahrzeit

Wer kein Auto besitzt oder sich die Parkplatzsuche sparen will, fährt am besten nach Herrsching: Die S8 fährt direkt aus der Münchner Innenstadt bis zur Endstation Herrsching, und der See ist nur einen kurzen Fußweg vom Bahnsteig entfernt. Wer mit dem Auto kommt, sollte mit gebührenpflichtigen Parkplätzen direkt am See rechnen – das Herrschinger System ist gestaffelt (rund 0,50 € für die erste Stunde, bis zu etwa 10 € für den ganzen Tag) – also lieber einplanen, statt an einem Sommerwochenende nach kostenlosen Plätzen zu suchen.

Die besten Einstiegsstellen für Anfänger

Nicht jedes Ufer am Ammersee eignet sich gleichermaßen für die erste Paddel-Session, und ein ganzer Abschnitt ist unabhängig vom Erfahrungslevel tabu.

Herrsching ist für die meisten Anfänger der einfachste Startpunkt – geschützte Buchten, ein sanft abfallender Seegrund nahe der Promenade und Verleih- bzw. Kursanbieter direkt am Wasser, falls man vor dem eigenen Board-Kauf erst einen Kurs machen möchte. Utting und Schondorf am Westufer bieten ähnlich ruhige, flache Einstiege mit weniger Trubel als Herrsching zur Hauptsaison, und beide haben SUP-Verleihstationen direkt am Wasser. Dießen an der Südspitze hat eine schöne Ortschaft und Seepromenade, aber hier muss man wissen, wo man überhaupt paddeln darf: Die gesamte südliche Bucht und die Ammer-Mündung zwischen Dießen und Aidenried gehören zur Vogelfreistätte Ammersee-Südufer, einem geschützten Vogelschutzgebiet, das ganzjährig für SUP und alle anderen Wasserfahrzeuge gesperrt ist. Auch die Schilfzonen an anderen Uferabschnitten stehen unter Schutz – lieber großzügig umfahren, statt durch das Schilf abzukürzen.

Noch ein Termin, den man kennen sollte: Vom 1. November bis 31. März halten Wassersportler am Ammersee eine freiwillige Winterruhe ein, da der See fast 20.000 überwinternden Wasservögeln als Rückzugsort dient. Es ist kein gesetzliches Verbot, aber Einheimische halten sich daran – und das sollten Sie auch tun.

Ausrüstungs-Tipp: Genau in flachen Einstiegszonen und krautigen Bereichen nahe am Ufer bleibt eine tiefe Touring-Finne hängen und schlägt auf. Eine kürzere, abgerundete Classic-Finne biegt sich über Hindernisse hinweg, statt sich zu verhaken – die sichere Wahl für einen anfängerfreundlichen See wie diesen. Classic Fin US Box.
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Wind: Was Anfängern wirklich zu schaffen macht

Warmes Wasser und ein sanftes Ufer lösen die beiden Probleme, um die sich die meisten Anfänger Sorgen machen. Woran sie nicht denken, ist der Wind – und der folgt am Ammersee im Sommer einem vorhersehbaren Muster. Ein Nordostwind baut sich typischerweise über zwei bis drei Tage auf, erreicht seine stärkste Ausprägung am frühen Nachmittag und lässt zum Abend hin wieder nach. Die offene, flache Nordhälfte des Sees bietet kaum Schutz, sobald der Wind auffrischt – ein ruhiger Vormittag kann bis 14 oder 15 Uhr in Chop umschlagen. Die einfachste Lösung: vormittags paddeln, vorher einen aktuellen Windbericht checken (Windfinder hat eine Station direkt am Ammersee), und wenn sich Schaumkronen bilden, in Ufernähe bleiben oder an Land abwarten.

Mehr dazu: Noch nie auf einem Board gestanden? Hier geht's los, bevor die erste Ammersee-Session ansteht. → Stand Up Paddling für Anfänger: Alles, was Sie wissen müssen

Einen ganzen Tag daraus machen: Paddeln, dann rauf nach Andechs

Wer von Herrsching aus startet, steht auch direkt am Fuß einer der bekanntesten Tagesausflug-Kombinationen der Region. Der ausgeschilderte Weg zum Kloster Andechs – dem „Heiligen Berg", berühmt für Biergarten und Brauerei – beginnt direkt am Bahnhofsvorplatz von Herrsching und führt sanft ansteigend durchs Kiental entlang des Kienbachs. Rechnen Sie mit rund 9 km für Hin- und Rückweg und etwa 3,5 Stunden, wenn Sie beide Strecken laufen, bei rund 190 m Höhenunterschied. Paddeln Sie vormittags, solange der See ruhig ist, trocknen Sie sich ab, und schon haben Sie einen guten Grund, am frühen Nachmittag wieder am See zu sein – genau dann, wenn der Wind ohnehin auffrischt.

Für einen See dieser Größe ist diese Kombination – ein kurzes Zeitfenster mit idealen Paddelbedingungen, eingerahmt von einer entspannten Wanderung und einem Biergarten – kaum zu schlagen, und genau das macht den Ammersee zu dem See, den wir Einsteigern am häufigsten empfehlen.

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Michael Schmidt

Eisbach Riders is a Munich-based surf and SUP brand, born at the Eisbach wave in the English Garden. We design fins, accessories, and gear for river surfers, SUP tourers, and anyone who paddles moving water — tested locally, built to last.