Von Michael Schmidt

SUP mit Hund: Tipps fürs Paddeln mit dem Vierbeiner

Es gibt gute Tage auf dem Wasser – und dann gibt es Tage, an denen der Hund mit auf dem Board ist. Wer noch nicht mit seinem Hund Stand-up-gepaddelt ist, verpasst eine der schönsten Kombinationen im Outdoor-Sport. Die meisten Hunde gewöhnen sich schneller daran als erwartet – und die Fotos sind kaum zu überbieten.

Hier erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen, damit es für beide sicher und entspannt klappt.

Den Hund ans Board gewöhnen – bevor es ans Wasser geht

Der häufigste Fehler beim ersten Mal: den Hund direkt mitten auf einem See aufs Board zu setzen. Mit etwas Vorbereitung zu Hause gelingt der Einstieg viel besser.

  1. Das Board auf trockenem Boden erkunden lassen. Das Board einfach auf den Boden legen und den Hund in Ruhe schnuppern und untersuchen lassen. Jede Interaktion mit Leckerlis belohnen.
  2. Das Stehen auf dem Board üben. Den Hund ermutigen, auf das Board zu steigen und ruhig stehen zu bleiben. Ruhiges Verhalten belohnen.
  3. Sanfte Bewegungen einführen. Sobald der Hund entspannt auf dem Board steht, das Board vorsichtig hin und her kippen. Das bereitet ihn auf die Instabilität auf dem Wasser vor.
  4. Erste Session: flaches, ruhiges Wasser. Am besten dort beginnen, wo der Hund noch Bodenkontakt hat – ein flaches Seeufer oder eine ruhige Flussstelle. Die erste Session kurz und positiv halten.

Manche Hunde sind geborene Wasserratten und springen vom ersten Tag an aufs Board. Andere brauchen ein paar Sessions, um Vertrauen aufzubauen. Beides ist völlig in Ordnung – dem Hund die Zeit lassen, die er braucht.

Sicherheit zuerst – die richtige Ausrüstung für den Hund

Schwimmweste für den Hund

Auch starke Schwimmer sollten auf offenem Wasser eine Hundeweste tragen. Hunde können nach einem unerwarteten Sturz desorientiert sein, und eine Rettungsweste mit Griff am Rücken ermöglicht es, den Hund direkt zurück aufs Board zu heben. Auf guten Sitz und sicheren Verschluss achten.

Sonnenschutz für den Hund

Hellfellige Hunde mit dünnem Fell können an Nase, Ohren und Bauch einen Sonnenbrand bekommen. Tiergerechten, zinkfreien Sonnenschutz auf exponierten Stellen auftragen.

Frisches Wasser und eine Trinkschale

Hunde auf dem Wasser strengen sich mehr an, als es aussieht, und können schnell dehydrieren. Genug frisches Wasser mitbringen und regelmäßig anbieten – Seewasser ist keine Option.

Leash

Die SUP-Leash immer am Körper befestigt lassen. Wenn beide ins Wasser fallen, sorgt die Leash dafür, dass das Board in Reichweite bleibt – und der Hund sicher wieder draufgezogen werden kann.

Das richtige Board und die passende Finne

Beim Paddeln mit Hund steht Stabilität über allem. Ein breites, All-round- oder Touring-Inflatable-Board (mindestens 32 Zoll breit) ist ideal – je mehr Volumen, desto besser. Schmale Race-Boards sind mit einem Hund an Bord keine gute Idee.

Bei der Finne empfiehlt sich eine Touring-Finne – ihr längeres, aufrechtes Profil sorgt für bessere Geradeausfahrt, was besonders wichtig ist, wenn sich der Hund bewegt und den Gleichgewichtspunkt ständig verändert. Ein stabiles, vorhersehbares Board macht die ganze Session einfacher – für Mensch und Tier.

Eisbach Riders SUP Touring Finne US Box

Eisbach Riders

SUP Touring Finne – US Box

Maximale Spurstabilität – hält das Board ruhig und berechenbar, auch wenn der Hund seine Position wechselt.

€45,95

Jetzt kaufen
Eisbach Riders SUP Touring Finne Quick-Lock

Eisbach Riders

SUP Touring Finne – Quick-Lock

Dieselbe Spurstabilität, werkzeugloser Quick-Lock-Einbau. Kompatibel mit Bluefin, Thurso, iRocker u. v. m.

€45,95

Jetzt kaufen

Die richtige Position des Hundes auf dem Board

Die meisten Hunde zieht es instinktiv nach vorne auf dem Board – und das ist tatsächlich günstig. Das Gewicht am Bug verbessert die Spurstabilität und der Hund sieht, wohin die Reise geht.

Wichtig ist, dass der Hund sitzt oder liegt – nicht steht. Ein sitzender oder liegender Hund hat einen deutlich niedrigeren Schwerpunkt, was das gesamte System stabiler macht. Ruhiges, entspanntes Verhalten mit Leckerlis und Lob belohnen.

Wenn der Hund nicht aufhört, sich zu bewegen, braucht er vielleicht einfach noch mehr Sessions, um sich wohl zu fühlen. Nicht erzwingen – ein nervöser Hund macht jede Session schwieriger.

Kommandos, die auf dem Wasser helfen

Zwei Kommandos machen einen großen Unterschied:

  • „Sitz" oder „Platz": Hält den Hund ruhig, wenn volle Konzentration auf einen Paddelzug oder eine schwierige Stelle nötig ist.
  • „Mitte" oder ein eigenes Platzkommando: Weist den Hund an, zu einer bestimmten Position auf dem Board zurückzukehren – nützlich, wenn er sich hin- und herbewegt.

Diese Kommandos am besten auf dem Trockenen üben, bevor man sie auf dem Wasser anwendet. Das Board ist nicht der Ort, um neue Kommandos von Grund auf zu trainieren.

Was mitgenommen werden sollte

  • Hundeweste (mit Griff am Rücken)
  • Frisches Wasser und eine faltbare Trinkschale
  • Leckerlis für ruhiges Verhalten
  • Handtuch für den Hund (und für sich selbst)
  • Tiergerechter Sonnenschutz für exponierte Hautstellen
  • Kotbeutel – den See sauber hinterlassen

Die besten Spots rund um München für SUP mit Hund

Die Seen rund um München sind ideal für SUP mit Hund – ruhiges Wasser, sanfte Ufer für einfachen Ein- und Ausstieg und viel Platz zum Paddeln ohne Gedränge (besonders an Wochentagen am Morgen).

Wörthsee – Klein, ruhig und leicht zu überblicken. Das ruhige Wasser und die überschaubare Größe machen ihn ideal für eine erste Session mit dem Hund. Start am Einstiegspunkt Roßschwemme.

Ammersee – Größeres Gewässer mit mehr Platz zum Erkunden. Hund- und familienfreundliche Ufer machen Ein- und Ausstieg einfach. Nur fünf Minuten von der S-Bahn entfernt – kein Auto notwendig.

Starnberger See – Ideal, wenn der Hund schon sicher auf dem Board ist und eine längere Tour her soll. Start beim SUP Club Starnberger See, dann nach Süden paddeln.

Weitere Gewässer finden Sie in unserem großen Überblick der besten SUP-Spots rund um München.

Ein letzter Tipp

Das erste Mal, dass der Hund vom Board fällt – und das wird passieren – ruhig bleiben. Zum Hund paddeln und ihn zum Heck des Boards führen. Die meisten Boards haben dort einen Griff oder eine Traction-Pad-Kante, an der sich der Hund hochziehen kann. Diese Übung am Ufer in flachem Wasser vorab üben, damit beide wissen, was zu tun ist.

Nach ein paar Sessions fühlt sich das Paddeln mit dem Hund völlig selbstverständlich an. Nur nicht wundern, wenn man sich ohne ihn auf dem Wasser bald einsam fühlt.